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Maria 2.0
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Maria 2.0 ist eine von Frauen in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland ausgehende Initiative. Sie begann mit einer Aktionswoche in MĂŒnster vom 11. bis zum 18. Mai 2019.cite-ref-1[1] In SĂŒddeutschland wurde die Aktionswoche teils am 13. bzw. erst am 19. Mai 2019 aufgegriffen und bis zum 26. Mai 2019 fortgefĂŒhrt. Die Initiative besteht aus lokalen Gruppen, die weitgehend autonom agieren.cite-ref-2[2]
Contents
âą MĂŒnster
âą SĂŒdbaden
âą Mainz
âą Berlin
âą 2020
âą Reaktionen
âą Ăsterreich
âą Schweiz
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Vorgeschichte und Forderungen
Ausgangspunkt der Initiative war ein Lesekreis in der Pfarrei Heilig Kreuz in MĂŒnster, in dem Anfang 2019 das erste Apostolische Schreiben von Papst Franziskus, Evangelii gaudium, studiert wurde.cite-ref-4[4] In einer Online-Petition mit einem offenen Brief an Papst Franziskus forderten sie Zugang fĂŒr Frauen zu allen kirchlichen Ămtern, die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende AufklĂ€rung von MissbrauchsfĂ€llen in der Kirche.cite-ref-5[5] Auch der Umgang mit den Opfern der MissbrauchsfĂ€lle wird kritisiert.cite-ref-6[6]
Die Forderungen der Initiative richten sich auch gegen Machtstrukturen in der Kirche.cite-ref-1-7-0[7]cite-ref-8[8] Im Zuge zur Frage der Machtstrukturen wurden im November 2020 von einer Maria-2.0-Mitinitiatorin die WeiheÀmter generell infragestellt.cite-ref-9[9] Daraufhin wurde in einem Kommentar dazu mehr Theologie in Kirchen-Debatten eingefordert.cite-ref-10[10]
Im April 2023 forderte die Initiative die sofortige Ablösung der Staatsleistungen an die katholische und evangelische Kirche.cite-ref-11[11]
âKirchenstreikâ und Aktionen im Jahr 2019
In einem Aufruf der Initiatorinnen hieĂ es: âWir rufen im Marienmonat Mai, in der Woche vom 11. bis zum 18. Mai 2019, alle Frauen auf, in einen âKirchenstreikâ zu treten: Wir betreten keine Kirche mehr und tun keinen Dienst. Vor den Kirchen werden wir Gottesdienst feiern und unsere Klagen und Forderungen nachdrĂŒcklich und kreativ zum Ausdruck bringen.âcite-ref-12[12] WeiĂ als Farbe âdes MitgefĂŒhls, der Trauer und des Neubeginnsâ schaffe ein gemeinsames Erscheinungsbild, so die Initiatorinnen. Sie regen an, weiĂe KleidungsstĂŒcke, TĂŒcher, BlĂŒten und Kerzen bei den Aktionen zu verwenden.cite-ref-13[13] In mindestens 50 Ortencite-ref-2-14-0[14] wurden Aktionen im Rahmen von Maria 2.0 angekĂŒndigt, die nicht nur von Frauen getragen werden. In der Pfarrei Herz Jesu (Essen-Burgaltendorf) schlossen sich auch die ehrenamtlich tĂ€tigen MĂ€nner dem âKirchenstreikâ an.cite-ref-2-14-1[14]cite-ref-15[15]
MĂŒnster
Eine Mahnwache fand am Sonntag, dem 12. Mai 2019, vormittags auf dem MĂŒnsteraner Domplatz statt. An dieser zentralen Veranstaltung der deutschlandweiten Aktionswoche beteiligten sich etwa 700 bis 800 GlĂ€ubige.cite-ref-16[16]
Ende August 2019 fand ein Vernetzungstreffen fĂŒr das Bistum MĂŒnster statt.cite-ref-17[17]
SĂŒdbaden
Freiburg
Auf dem Freiburger MĂŒnsterplatz demonstrierten am Nachmittag des 12. Mai 2019 nach einer Priesterweihe rund 400 Frauen und MĂ€nner.cite-ref-18[18] Der zustĂ€ndige Erzbischof Stephan Burger ging beim Auszug aus dem MĂŒnster auf zwei WortfĂŒhrerinnen zu: âDie Botschaft kommt anâ, sagte er, aber auch: âIch werde diese Spannung heute nicht lösen können.âcite-ref-19[19] Rund 200 Menschen,cite-ref-20[20] darunter Frauen aus der Maria-Magdalena-Gemeinde in Freiburg, setzten ihren Protest am 30. Juni fort, als Stadtdekan Christian WĂŒrtz zum Bischof geweiht wurde. Beteiligte kamen auch aus Mannheim und Konstanz. WĂŒrtz ĂŒberreichte âein Schreiben sowie ein rotes KnĂ€uel an Sigrid Striet und Eveline Viernickel, verbunden mit dem Wunsch, der GesprĂ€chsfaden möge nicht abreiĂenâ, und der Einladung zu einem GesprĂ€ch im September.cite-ref-21[21] Dieses fand spĂ€ter statt. Erzbischof Burger sagte dabei zu, die Anliegen der Katholikinnen in den âGesprĂ€chsprozess des synodalen Wegesâcite-ref-22[22] einzubringen; er wolle mit den Frauen im Dialog bleiben.cite-ref-23[23] Im Freiburger Ordinariat gingen nach Angaben des Sprechers Michael Hertl rund 500 E-Mails, Postkarten und Briefe ein, von denen der gröĂte Teil die Forderungen der Aktion unterstĂŒtzt. Das Ordinariat wollte alle Zuschriften beantworten.cite-ref-24[24]
Bad SĂ€ckingen
Vor dem FridolinsmĂŒnster in Bad SĂ€ckingen fand am Sonntag, den 19. Mai 2019 eine Aktion vor dem Portal und im Pfarrgarten âeine âetwas andere Maiandachtâ mit Meditationstexten zu Maria und anderen Themenâ statt. In der Region, auch in Waldshut-Tiengen, wurden die Aktionen noch bis zum 26. Mai 2019 fortgesetzt.cite-ref-26[26]cite-ref-27[27]
Lauchringen
In der Hochrhein-Gemeinde Lauchringen in Baden-WĂŒrttemberg streikten drei Frauen ab 13. Mai 2019 und veranstalteten am 19. Mai 2019 einen Wortgottesdienst mit 60 UnterstĂŒtzern, Frauen und MĂ€nnern, vor der Kirche, darunter auch der hier heimischen Parlamentarischen StaatssekretĂ€rin bei der Bundesministerin fĂŒr Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und Bundestagsabgeordneten Rita SchwarzelĂŒhr-Sutter (SPD). Der Erzbischof des Erzbistums Freiburg, Stephan Burger, hatte zu dem Zeitpunkt ein Treffen mit den Frauen abgelehnt. Ab Oktober 2019 bis zum Juli 2020 â(laden) die Initiatorinnen des Lauchringer Kirchenstreiks [âŠ] jeden dritten Mittwoch im Monat jeweils in einem anderen Ort [im Landkreis Waldshut] zum Gebet fĂŒr Gleichberechtigung von MĂ€nnern und Frauen in der katholischen Kirche ein.âcite-ref-schlichter-beistand-28-0[28]cite-ref-29[29]
Generell geht es um âdie Gleichstellung von MĂ€nnern und Frauen in der katholischen Kirche. [âŠ] Rund 5000 Unterschriften haben die drei Initiatorinnen des Lauchringer Kirchenstreiks [âŠ] seit Beginn ihrer Initiative im Mai gesammelt. [âŠ] Am Montag [23. September 2019] reisten die drei Frauen ins hessische Fulda, wo die Deutsche Bischofskonferenz tagt.â Sie ĂŒbergaben âan Kardinal Reinhard Marx, den Vorsitzenden der Bischofskonferenz, einen Aktenordner mit den Unterschriften.âcite-ref-30[30]
Vor Ort wurden sie auch von Mechthild Heil, der Vorsitzenden der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands, unterstĂŒtzt.cite-ref-schlichter-beistand-28-1[28]
Hochrhein
Nach dem Streik in der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena zogen die Organisatorinnen aus Lauchringen Bilanz (im GesprĂ€ch): Es ginge um die Sensibilisierung fĂŒr die Gleichstellung von Frau und Mann in der katholischen Kirche: âDas konnten wir erreichen, es wurde in der Bevölkerung breit diskutiert.â RĂŒckmeldungen gab es aus den Seelsorgeeinheiten Allensbach am Bodensee, aus Schwörstadt im Kreis Lörrach und aus dem Ortenaukreis. Auch â(haben) sich evangelische Christen zu Wort gemeldet.â Die Pfarrer â âfĂŒr die andere unsere Arbeiten wĂ€hrend der Gottesdienste erledigt habenâ â, sind âuns zwar nicht in den RĂŒcken gefallen, aber haben unseren Kirchenstreik weitgehend ignoriert.â Der Leiter der Seelsorgeeinheit war jedoch zu einem Diskussionsabend bereit.
Mittlerweile ist Pfarrer Ulrich Sickinger, Leiter der Seelsorgeeinheit Mittlerer Hochrhein St. Verena, auch âeiner von bislang 138 Unterzeichnern der online-Petition, mit der Priester und Diakone der Erzdiöse Freiburg ihre UnterstĂŒtzung fĂŒr die Reformbewegung Maria 2.0 der katholischen Kirche ausdrĂŒcken.âcite-ref-schlichter-beistand-28-2[28]
Inzwischen gerĂ€t auch das Reformkonzept Pastoral 2030 in die Diskussion, denn âdas hat zur Folge, dass ein Pfarrer sich kĂŒnftig um eine Pfarrei von der GröĂe eines Landkreises kĂŒmmern muss.âcite-ref-31[31]
Mainz
An Pfingsten 2019 fand eine Demonstration mit etwa 200 Teilnehmern vor dem Mainzer Dom statt, bei welcher auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf anwesend war und eine Stunde lang mit den Teilnehmern diskutierte. Am 14. August 2019 traf sich Kohlgraf erneut mit Vertretern der Bewegung. Dabei betonte er, dass ihm an der Fortsetzung des Dialogs gelegen sei, und lud ein, âsowohl den synodalen Weg der deutschen Bischofskonferenz [âŠ] als auch den âPastoralen Wegâ im Bistum zu begleitenâ. Er wolle die Themen von Maria 2.0 auch selbst in GesprĂ€che einbringen.cite-ref-32[32]
Berlin
Am Sonntag, dem 3. November 2019, fand vor der im Umbau befindlichen Berliner Hedwigs-Kathedrale ein Wortgottesdienst der Initiative Maria 2.0 statt, an dem knapp 100 Personen teilnahmen, darunter Barbara John, Wolfgang Thierse und der Vorsitzende des Diözesanrats der Katholiken im Erzbistum Berlin, Bernd Streich. Bei einem anschlieĂenden Empfang im Kathedralforum sprach Erzbischof Heiner Koch mit den Teilnehmern.cite-ref-33[33]
2020
Im Rahmen einer bundesweiten Aktionswoche feierten Katholikinnen gleichzeitig mit einer Priesterweihe, die im Freiburger MĂŒnster stattfand, vor dem MĂŒnster eine Agape-Feier im Freien mit Blumen, Brot und Wein. An der Feier nahmen etwa 150 Menschen teil, die meisten weiĂ gekleidet und weiblich.cite-ref-34[34]
Durch die Corona-Pandemie fielen viele geplante PrÀsenzveranstaltungen aus. Stattdessen wurden schriftliche Aktionen initiiert, z. B. schrieb Maria 2.0 Frankfurt im Juni einen Brief an Kardinal Stella mit der Bitte um Reformen.cite-ref-35[35]
Dort, wo Aktionen stattfanden, war die Teilnehmerzahl begrenzt, die Regelungen variierten. In Nordrhein-Westfalen z. B. galt bei einer Veranstaltung in Köln die Obergrenze von 200 Personen. Bei einer Veranstaltung in Fulda (Hessen) anlÀsslich der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischöfe kamen nur ca. 100 Personen unter Beachtung der Abstandsregeln zusammen.cite-ref-36[36]
âThesenanschlagâ 2021
In einer bundesweiten Protestaktion schlug die Reforminitiative am 21. Februar 2021 sieben Thesen an die TĂŒren katholischer Kirchen an, z. B an der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Wiesbaden an.cite-ref-37[37]cite-ref-38[38] Dies geschah in Anlehnung an Martin Luther, der laut Legende im Jahr 1517 seine 95 Thesen zur Reformierung der Kirche an die Schlosskirche Wittenberg angeschlagen haben soll.cite-ref-39[39]
Die Thesen wandten sich âan alle Menschen guten Willensâ und waren als Aufruf an die Deutsche Bischofskonferenz gedacht, die sich an dem nachfolgenden Dienstag zur FrĂŒhjahrsvollversammlung vom 23. bis zum 25. Februar 2021 virtuell traf. Sie fordern insbesondere eine Reform der kirchlichen Machtstrukturen.cite-ref-40[40]
In sieben Punkten fordert Maria 2.0 den Zugang aller Menschen zu den KirchenĂ€mtern (Diakon, Priester, Bischof), d. h. auch fĂŒr Frauen. Gefordert wird auch die Teilung der Macht, indem alle Katholiken an der Sendung der Kirche mitwirken, die konsequente AufklĂ€rung des sexuellen Missbrauchs in der Vergangenheit und die Ănderung vorhandener Strukturen zur Vermeidung kĂŒnftiger FĂ€lle, auĂerdem eine andere Sexualmoral, die SexualitĂ€t positiv betrachtet, da die aktuelle Sexualmoral von der Mehrheit der GlĂ€ubigen ohnehin nicht mehr beachtet werde, die Abschaffung des Zölibats, einerseits um die aktuelle Doppelmoral heimlicher Beziehungen zu vermeiden und andererseits um mehr Menschen den Zugang zum Priesteramt zu ermöglichen. Die Kirche soll zu mehr Einfachheit zurĂŒckkehren, weniger Vermögen anhĂ€ufen und sich auf die eigentliche Sendung, nĂ€mlich die VerkĂŒndigung und das Leben nach dem Evangelium, besinnen. Mit einem Handeln nach der Botschaft Jesu könne die GlaubwĂŒrdigkeit wieder zurĂŒckgewonnen werden.
Die Thesen finden sich im Wortlaut auf der Webseite, die zum Thesenanschlag erstellt wurde, und eine Bildergalerie aller 1000 Kirchen, an denen die Thesen aufgehÀngt wurden.
Reaktionen
UnterstĂŒtzung kam von der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands und dem Katholischen Deutschen Frauenbund.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] Auch römisch-katholische Pfarrer Ă€uĂerten Zustimmung fĂŒr die Anliegen von Maria 2.0. So kĂŒndigte beispielsweise Jörg Hagemann, Stadtdechant von MĂŒnster, im Mai 2019 an, dass er am Wortgottesdienst auf dem Kirchenvorplatz teilnehmen werde und danach â wie es seine Aufgabe sei â die Eucharistie in schlichter Form im Kirchenraum feiern werde.cite-ref-44[44]
Franz-Josef Bode, Bischof von OsnabrĂŒck und Vorsitzender der Unterkommission Frauencite-ref-45[45] der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz, begrĂŒĂte im Mai 2019 die Aktion. Zwar sei problematisch, dass Frauen die Eucharistiegemeinschaft verlieĂen und in PfarrsĂ€len eigene Feiern abhielten, doch mĂŒsse man die âUngeduldâ wahrnehmen, hinter der eine âganz tiefe Verletzungâ vieler in ihrer Kirche aktiver Frauen stehe: âdass sie sich in Kirche nicht so angenommen fĂŒhlen, wie es ihrem Einsatz entspricht.âcite-ref-46[46]
Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg, zeigte im Mai 2019 VerstĂ€ndnis fĂŒr den Wunsch, Frauen den Zugang zum Diakonat und zum Priesteramt zu ermöglichen, sah dafĂŒr aber keine kirchenrechtlichen SpielrĂ€ume.cite-ref-47[47] Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, erklĂ€rte, dass es VerĂ€nderungen geben mĂŒsse und dazu ein Dialog notwendig sei, aber Streiks nicht das richtige Mittel seien.cite-ref-48[48]
Zu den Kritikern der Aktionswoche gehört Kurienerzbischof Georg GĂ€nswein, PrivatsekretĂ€r des emeritierten Papstes Benedikt XVI., der im April 2019 davor warnte, âeine neue Kirche erfinden zu wollen und an ihrer DNA herumzuschrauben.âcite-ref-2-14-2[14]
Das konservative Forum Deutscher Katholiken rief im Mai 2019 dazu auf, aus dem Katholischen Frauenbund auszutreten.cite-ref-49[49]
Die katholische Lehrerin Johanna Stöhr aus dem Bistum Augsburg rief im Mai 2019 als Reaktion die Initiative Maria 1.0 ins Leben, die konservative Positionen vertritt.cite-ref-4-50-0[50] Stöhr sagte, sie wolle zeigen, âdass es auch Frauen gibt, die treu zur Lehre der Kirche haltenâ; die Forderungen der Bewegung Maria 2.0 seien ânicht âgutâ fĂŒr die GlĂ€ubigen und die Kircheâ, denn sie grĂŒndeten ânicht auf dem VermĂ€chtnis Jesuâ. Eine Frau sei nicht dazu berufen, Priesterin zu werden, da Jesus sich mit zwölf JĂŒngern umgeben habe.cite-ref-4-50-1[50]cite-ref-51[51]cite-ref-52[52]
Ein Transparent der Fachschaft Theologie der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t Freiburg an der UniversitĂ€tskirche richtete sich im Mai 2019 âGegen Missbrauch und die Ausgrenzung von Frauen in der Kircheâ. Es zeigte eine Marienfigur, die gleichzeitig an eine Vulva denken lieĂ. Dies erregte einigen Unmut, unter anderem auf Facebook. Die Aktion wurde jedoch von dem Rektor der UniversitĂ€tskirche, Eberhard Schockenhoff, gedeckt, und auch das Ordinariat des Bistums Rottenburg-Stuttgart teilte mit, sie wolle sich nicht in die Freiheit der UniversitĂ€tskirche einmischen. Die Freiburger Staatsanwaltschaft prĂŒfte zwei Anzeigen wegen Blasphemie auf strafrechtliche Relevanz, sah jedoch keinen Grund fĂŒr ein Verfahren, da keine strafbare Handlung vorlag.cite-ref-53[53]cite-ref-54[54]
Ursula Harter von der Initiative Pontifex Ă€uĂerte im September 2019, dass Aktionen wie Maria 2.0 Ămter mit Macht gleichsetzten und damit ein falsches VerstĂ€ndnis von Macht in der Katholischen Lehre zeichnen.cite-ref-55[55]
Der Arbeitskreis Theologische Orientierung des Ăkumenischen Netzes mahnte im September 2019, dass sowohl die unreflektierte Anpassung an Heutigkeit als auch der Versuch, den Verlust an Inhaltlichkeit durch ĂŒberzeitliche Wahrheiten unfehlbar zu sichern, nicht zielfĂŒhrend ist.cite-ref-56[56]
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg BĂ€tzing, sagte im Mai 2020 im Interview mit Publik-Forum ĂŒber die Aktion Maria 2.0 und die Bewegung Wir sind Kirche: âSie sind Teil der Kirche. Das sind unsere Leute!âcite-ref-57[57]
Die TV-Komikerin Carolin Kebekus erwĂ€hnte Maria 2.0 am 9. Juli 2020 in der Carolin Kebekus Show in der ARD. In Zukunft wĂŒrden vermutlich noch viele Frauen aus der Kirche austreten.cite-ref-58[58] Sie frage sich, warum die Kirche das Engagement der Frauen in der Initiative nicht nutze. âDie Kirche geht den Bach runter und da stehen schlaue, hochintelligente, studierte Frauen voller Liebe fĂŒr ihre Kirche und wollen einfach nur helfen, dĂŒrfen aber nicht.âcite-ref-59[59]
Beate Gilles, designierte GeneralsekretÀrin der Deutschen Bischofskonferenz, sagte, viele Anliegen von Maria 2.0 seien auch ihre.cite-ref-60[60]
Ăsterreich
Zur Aktionswoche im Mai 2019 organisierten Katholikinnen in Innsbruck einen Schweigezug von der Spitalskirche zum Innsbrucker Dom. In den Wiener Pfarren Breitenfeld und Inzersdorf-St. Nikolaus gestalteten Frauen einen Gottesdienst vor den jeweiligen Kirchen.cite-ref-63[63] Weitere Aktionen folgten etwa am Internationalen Frauentag 2020, in einer Aktionswoche im September 2020 und zum âThesenanschlagâ im MĂ€rz 2021.cite-ref-64[64]
Schweiz
In der Schweiz riefen kirchlich engagierte Frauen mit UnterstĂŒtzung verschiedener VerbĂ€nde, darunter der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) und die Interessengemeinschaft Feministische Theologinnen, ebenfalls zu einem Kirchenfrauenstreik am 15. und 16. Juni 2019 sowie zur Beteiligung am nationalen Frauenstreik (14. Juni 2019) auf.cite-ref-65[65]
Weblinks
Commons
: Maria 2.0
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Maria 2.0 MĂŒnster
âą Maria 2.0 Deutschland
âą Erik FlĂŒgge: So nicht, liebe Frauen! Maria 2.0 hat die Homosexuellen vergessen. In: zeit.de. 11. September 2020; abgerufen am 17. April 2021.
âą Margarete Strauss: Maria 2.0 will eine Reformation 2.0 auf YouTube, 22. Februar 2021.
âą Uta Vorbrodt: Dominikanerin ordnet Thesen von Maria 2.0 ein. âFrĂŒher oder spĂ€ter brauchen wir ein Konzilâ. In: domradio.de. 23. Februar 2021, abgerufen am 17. April 2021.
âą Karin WollschlĂ€ger und Joachim Hein: Wie denken beide Gruppen ĂŒbereinander? Was verbindet sie? Was unterscheidet sie? Maria 2.0 und Maria 1.0 â ein GesprĂ€ch mit zwei UnterstĂŒtzerinnen. In: Kirche+Leben. 6. April 2021; abgerufen am 8. April 2021.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Pressemitteilung zu Maria 2.0. In: st-nikolaus-muenster.de. 9. April 2019, abgerufen am 7. MĂ€rz 2021.
cite-note-22. â InternetprĂ€senz von Maria 2.0 in Heilig Kreuz, MĂŒnster
cite-note-33. â Andrea Lieblang: Die Zeit der schweigenden Frauchen ist vorbei. In: Deutschlandfunk. 10. Mai 2019, abgerufen am 11. Mai 2019.
cite-note-44. â Maria 2.0 (eigene InternetprĂ€senz): Wie alles anfing und wie es dann weiter ging âŠ
cite-note-55. â Offener Brief aus Anlass des Sondergipfels zum Thema der sexualisierten Gewalt in der Kirche. In: campact.de. Abgerufen am 2. MĂ€rz 2021.
cite-note-66. â Frauen treten unter der Aktion "Maria 2.0" in Kirchenstreik "Wir wollen verĂ€ndern". In: domradio.de. 21. Februar 2019, abgerufen am 11. Mai 2019.
cite-note-99. â KNA: FĂŒr eine Kirche ohne Machtstrukturen. Maria-2.0-Mitinitiatorin stellt WeiheĂ€mter generell infrage. In: Kirche+Leben. 1. November 2020, abgerufen am 20. April 2021.
cite-note-1010. â Markus Nolte: Bitte mehr Theologie in Kirchen-Debatten! In: Kirche+Leben. 6. November 2020, abgerufen am 20. April 2021.
cite-note-1111. â 23.03.2023/Staatsleistungen an die katholische und evangelische Kirche: Ablösung jetzt! In: maria2.0deutschland.de. 23. MĂ€rz 2023, abgerufen am 14. April 2023.
cite-note-1212. â Wie alles anfing und wie es dann weiter ging⊠Abgerufen am 11. Mai 2019.
cite-note-1313. â Aktionswoche im Marienmonat Mai (Flyer). (PDF; 315 KB) In: mariazweipunktnull.de. Abgerufen am 12. Mai 2019.
cite-note-2-1414. â Kleine Initiative wĂ€chst zu bundesweiter Protestwelle. In: domradio.de. 11. Mai 2019, abgerufen am 12. Mai 2019.
cite-note-1515. â Beatrix von Lauff: Aufruf zum Kirchenstreik. In: Ruhr Kurier Lokalkompass. 30. April 2019, abgerufen am 12. Mai 2019.
cite-note-1616. â Hunderte Frauen bei Mahnwache vor dem Dom. In: WestfĂ€lische Nachrichten. 12. Mai 2019, abgerufen am 12. Mai 2019.
cite-note-1717. â Elisabeth Friedgen: Maria 2.0 will VerĂ€nderungen in der Kirche. In: domradio.de. 16. August 2019, abgerufen am 17. August 2019.
cite-note-1919. â Simone Höhl und Thomas Biniossek: Hunderte Katholikinnen demonstrieren fĂŒr Zulassung von Frauen zum Priesteramt. In: Badische Zeitung. 12. Mai 2019, abgerufen am 12. Mai 2019.
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